TP1 crankbrothers®
Die Beinkraft wird beim Radfahren über die Füße in Vortrieb umgewandelt. Dabei spielt die ergonomisch richtige Position der Füße auf den Pedalen eine entscheidende Rolle. Sie ist verantwortlich für Leistungsfähigkeit, Komfort und letztendlich beschwerdefreies Biken. Optimal eingestellte Pedalplatten sind bereits bei der ersten Ausfahrt positiv spürbar. Mit dem TP1 können die 3 elementar wichtigen Einstellungen präzise und im Handumdrehen vorgenommen werden: Längsorientierung, Stützweite (Q-Faktor) und Fußwinkel.
Das Tool wird mit einem kompakten Handbuch ausgeliefert. Hier werden ergonomische Grundlagen, biomechanische Zusammenhänge und die Anwendung des TP1 verständlich beschrieben. Für Profi-User wird zudem weiterführendes Expertenwissen vermittelt, mit Fokus auf die leistungssteigernde Wirkung der ergonomisch richtigen Tretbewegung.
Infos:
| Name | TP1 crankbrothers® |
| Schuhgröße | Passend für alle Größen |
| Material | Robustes Polypropylen |
| Inhalt | TP1 + Handbuch + Positionierungs Sticker |
Siehe auch
| Ergonomie » |
| Händlersuche » |
| TP1 Shimano SPD® » |
| TP1 Shimano SPD-SL® » |
| TP1 LOOK Kéo® » |
| Katalog » |
TP1 Pedal Cleat Tool
Ergon-Produktentwickler und Industriedesigner Dirk Stölting, der der an der Entwicklung des TP1 Cleat Tool mitgewirkt hat, wurde dazu von der Zeitschrift pedaliéro interviewt. Er erklärt, warum es wichtig ist, diese zentrale Schnittstelle zwischen Bike und Mensch optimal einzurichten und welche Auswirkungen falsche Einstellungen auf Gesundheit und Performance haben können. Im Interview zeigt Dirk auf, inwiefern das Cleat Tool einen neuen Weg eröffnet, Klickpedale effektiv zu nutzen.
Teamwork: Entwickler Dirk Stölting, Wolfram Kurschat, Kim Alexander Tofaute (v.l.n.r.)
Klickpedale sind ja weit verbreitet und für sportlich ambitionierte Fahrer nahezu unersetzlich. Was war der Grund dafür, ein Tool wie das TP1 zu entwickeln?
Dirk Stölting:
„Die Idee war, dass man als Anfänger oder Fortgeschrittener überhaupt erst einmal die Hürde nehmen muss: Wie schraube ich meine Cleats richtig unter den Schuh? Wie mache ich das eigentlich? Weder Pedal- noch Schuhhersteller gehen intensiv auf die wichtige Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ein. Wir wollten ein Tool erschaffen, das fundiert genug ist, die biomechanisch gesehen richtige Einstellung der Cleats zu finden, dabei aber einfach genug in der Anwendung, damit auch unerfahrene Biker das Tool benutzen können. Darüber hinaus ist uns daran gelegen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, den Fuß auf dem Pedal richtig zu positionieren.“
Für wen ist das TP1 gedacht?
D. St.:
„Für alle Biker, die Klickpedale benutzen. Das unterscheidet sich nicht zwischen Männern und Frauen, jung oder alt, Anfänger oder Profi. Es ist auch egal, wie groß der Schuh ist oder wie die Sohle profiliert ist. Zurzeit ist es für alle SPD-Cleat-Systeme zu benutzen, aber wir arbeiten daran, es auch für andere Systeme anzubieten.“
Reicht es denn nicht aus, seine Cleats per Augenmaß anzubringen, und wenn es nicht ganz passt, ein bisschen zu justieren?
D. St.:
„Die Problematik ist, dass keine Schnittstelle am Schuh oder am Pedal existiert, die eindeutig Auskunft darüber gibt, in welcher Position die Cleats unter dem Schuh angeschraubt werden müssen. Man orientiert sich dann notgedrungen an Markierungen an der Sohle oder am Rad, macht eine optische Kontrolle, aber wirklich fundiert ist das nicht. Der größte und schwerwiegendste Fehler, der dadurch entstehen kann, ist der, dass die Schuhe beim Fahren nicht parallel zueinander stehen. Und das hat nicht nur gesundheitliche Folgen, man hat dadurch auch Einbußen in der Performance. Fehlstellungen dieser Art sieht man allerdings nicht nur bei Anfängern, sondern auch bei den Profis.“
Welche Probleme – abgesehen von Leistungseinbußen – können denn bei nicht richtig positionierten Cleats auftreten?
D. St.:
„Wenn man mal verschiedene Schuhe nimmt und auf dem Cleat Tool einrastet, stellt man fest, dass die teilweise enorm unterschiedlich auf dem Pedal stehen. Mal steht bei dem einen Schuh die Ferse zu weit nach außen, mal ist auf der anderen Seite der Schuh zu sehr in Richtung Mittelfuß eingestellt, da sieht man viele Abweichungen. Und genau diese unterschiedliche Einstellung erzeugt beim Pedalieren einen unrunden Tritt, weil die Kraft unterschiedlich eingebracht wird. Was folgt, ist eine Dominanz auf einer Seite, weil ein Fuß besser auf dem Pedal steht als der andere und das Bein besser trainiert wird. Es ergeben sich Verspannungen und nach einer Weile ein Ungleichgewicht in der Muskulatur, also muskuläre Dysbalancen.“
Aber wie steht der Fuß denn dann korrekt auf dem Pedal?
D. St.:
„Es gibt einen Bereich am Fuß, der biomechanisch am besten dazu geeignet ist, Kraft auf das Pedal zu übertragen. Dieser liegt zwischen dem Großzehengrundgelenk und Grundgelenk des zweiten Zehs. Dort sollte die Kraft eingeleitet werden. Genau das beschreiben wir in dem beiliegenden Buch aber ausführlich und eindeutig. Nun ist es aber so, dass nicht jeder Fuß gleich ist und es individuelle Unterschiede gibt. Außerdem ist die Einstellung der Cleats eine sehr persönliche Sache, da hat jeder seine Vorlieben.
Somit gibt es keine Standardformel für die Cleatposition. Wir haben mit dem TP1 aber ein Tool entwickelt, mit dem jeder Fahrer genauestens ablesen kann, wie seine Cleats positioniert sind. Diese Möglichkeit, millimetergenau den Ist-Wert zu ermitteln, gab es vorher nicht. Mit dem Cleat Tool haben wir ein Messinstrument geschaffen, mit dem es erstmals möglich ist, überhaupt zu kontrollieren, was man sich da eigentlich zurechtschraubt. Diese Informationen können vielfältig angewendet werden. Sei es, um erst einmal die richtige Grundeinstellung zu finden, oder um bei Problemen unterschiedliche Cleatpositionen kontrolliert testen zu können, oder aber ganz banal, bei neuen Schuhen die bewährte Position der Cleats an den alten Schuhen exakt reproduzieren zu können.“
Du hast eben das Buch erwähnt, das dem Cleat Tool beiliegt. Ist es die Gebrauchsanweisung?
D. St.:
„Es ist viel mehr als das. Das Buch ist ein sehr wichtiger Bestandteil, wir gehen darin nicht nur auf die Benutzung des Cleat Tools ein, sondern schaffen auch noch ein Grundverständnis über biomechanische Zusammenhänge, die beim Pedalieren auftreten. Weitergehend bieten wir in dem Buch nicht nur Grundlagen, sondern Expertenwissen, um den Profibiker mit Tipps zu versorgen.“
Das hört sich ja so an, als wäre es aufwendiger gewesen, das Handbuch zu entwickeln als das Tool selbst?
D. St.:
„Das kann man fast sagen. Es waren fast 60 Prozent der gesamten Arbeitsleistung, die in das Buch eingeflossen sind. Wir haben uns sehr intensiv mit der besonderen Biomechanik des Pedaliervorgangs beschäftigt und eng mit unserem Ergon Racing Team zusammengearbeitet. Das ist ein wirklich komplexes Thema. Die große Kunst war es anschließend, dieses Wissen so zu verpacken, dass es auch für Laien verständlich wird. Das ist uns – denke ich – ganz gut gelungen. Die Informationen sind knackig verpackt und mit vielen Illustrationen erläutert, man muss sich nicht durch ellenlange Texte quälen. Das TP1 kann man somit als Schnittstelle bezeichnen, um das Wissen, das im Buch vermittelt wird, in die Praxis umzusetzen.“
Wie stellt man ganz konkret den Schuh mit dem TP1 ein?
D. St.:
„Das ist wirklich einfach. Man montiert die Cleats so unter die Schuhe, dass sie sich noch bewegen lassen. Dann stellt man einen Schuh auf die Oberseite des aufgeklappten Cleat Tools und steckt dabei die Pedalplatte in die Aufnahme. Nun kann man den Schuh anhand des aufgedruckten Rasters so ausrichten, wie es im Buch beschrieben ist. Cleats anschließend festschrauben – fertig! Zusätzlich findet man im Buch einige Tipps zur Bedienung sowie Erläuterungen zu den exakten Positionen. Es gibt eine Basiseinstellung, die für das Gros der Fahrer richtig ist. Für Biker, die intensiver Rad fahren oder aber anatomische Besonderheiten aufweisen, gibt es außerdem spezielle Expertentipps.“
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Vorschau Ilustrationen Handbuch