Frank Rickus

Frank Rickus

Vom Normalo zum Explorer

Ganz alleine, fernab von Familie und Freunden, 16.000 Kilometer mit dem Bike rund um Australien. Was für ein Kerl ist dieser Frank Rickus? Der 45-Jährige aus dem Hunsrück macht auf den ersten Blick nicht gerade den Eindruck eines Abenteurers: bodenständig, Schichtarbeiter und Kommunalpolitiker. Außerdem hat Rickus Asthma. Aber in dem Bürgermeister von Mannebach steckt noch eine ganz andere Seele – die des Explorers, des Extravaganten, einer, der gerne verrückte Dinge tut.

16.000km Down Under

Frank ist eigentlich ein ganz normaler Typ, aber in regelmäßigen Abständen muss er aus dem hektischen Alltag ausbrechen, um seinen Körper und Geist wieder gesund zu radeln. Dann verschlägt es ihn alleine an Orte, die weit weg von großen Städten oder Menschenmassen sind. Auch wenn sein erklärtes Ziel die Umrundung Australiens ist, geht es eigentlich mehr um den Weg und die Veränderung, die er dabei durchlebt, körperlich, wie auch geistig.

Franks Route durch Australien
Eine menschenleere Straße führt durch das australische Outback.
Selfie von Frank vor dem Sydney Opera House.

Vorbereitung

Frank arbeitet Schicht und kann sich kaum auf die Strapazen dieser langen Reise vorbereiten. Genau deshalb muss das Material auch perfekt passen. Mit dem Ergon Sattel und Griff hat er unkomplizierte Produkte gewählt, die von Anfang an keine Probleme machen. Natürlich darf das obligatorische Selfie vor der berühmten Oper in Sydney nicht fehlen.

Rücksicht

In Australien leben viele wilde Tiere, die einem ungeschützten Radfahrer schnell gefährlich werden können – doch viel mehr Respekt hat Frank vor den Roadtrains, überlange LKWs, die ungebremst an einem vorbeidonnern. Aus diesem Grund ist einer der wichtigsten Teile an seinem Fahrrad ein kleiner Rückspiegel, in dem er die heranrauschenden Riesen frühzeitig erkennt.

Ein Roadtrain
Eine menschenleere Straße führt durch das australische Outback.

Beeindruckende Weite

Scheinbar endlos wirken die Straßen im Outback. Wie in Trance fährt Frank manchmal stundenlang in eine Richtung, ohne dass eine Kurve oder ein Hindernis seine Aufmerksamkeit benötigt.

Jetzt erst recht

Seine erste richtig große Radreise ging 1997 an das Nordkap. Damals hatte der Asthmatiker gerade noch eine Lungenfunktion von knapp über 30 Prozent. „Viele Leute hielten mich für verrückt und sagten: das schaffst du nie! Doch als typischer Löwe habe ich den nötigen Dickkopf und die Sturheit um solche Touren zu bewältigen.” Letztendlich hat es sich gelohnt, danach war er ein neuer Mensch, wie ausgewechselt: „Nicht nur meine Lungenwerte verbessern sich während meiner Radreisen enorm, alles fällt mir leichter, ich habe das Gefühl als könnte ich fliegen. Außerdem verliere ich auch immer ein paar Kilo an Körpergewicht”, grinst der heute 45-Jährige.

Frank steht vor einem Schild, das die längste gerade Straße Australiens ankündigt.
Der Ayers Rock baut sich weit entfernt am Horizont auf. Im Vordergrund steht Franks Rad.

Bergfest

Er hat am Wahrzeichen Australiens, dem Ayers Rock ungefähr 8.000 Kilometer auf dem Tacho. Gerade mal die Hälfte seiner Reise.

Das Bike

Tagelang sieht Frank keinen Ort mit Bikeshop, da darf im Outback beim Material nichts schiefgehen. Er vertraut nur auf Komponenten, die er bei früheren Reisen schon testen konnte; zu hoch ist das Risiko im australischen Outback liegen zu bleiben. Das Bike muss schon einiges aushalten, bis zu 30 Liter Wasser transportiert Frank auf seinem Trekkingbike.

Blick auf einen See.

Ruhepol

Das sind die Momente, die Frank auf seiner Reise sucht und im Outback auch findet.

Australiens Steilklippen treffen auf den Ozean.

Ende der Welt

Viele Menschen würden sich alleine an so einem Ort verloren fühlen, doch Frank spendet diese Unendlichkeit der Ferne Kraft.

Ankommen

Bei seiner Rückkehr in Melbourne stand da ein ganz anderer Mensch exakt an dem Punkt an dem er vor vier Monaten gestartet war. Aus dem braven, glattrasierten Durchschnittstypen ist ein verwegener, drahtiger Haudegen mit zotteligem Rauschebart geworden. Aber man verändert sich auf so einer Tour nicht nur äußerlich: „Die Monotonie der endlos langen Straßen, die Stille und die Einsamkeit wirken auf mich wie eine Art Meditation. Ich befinde mich teilweise wie in Trance und kann komplett abschalten. Man entwickelt ein ganz anderes Gefühl für Raum und Zeit.”

Deshalb braucht er auch immer eine Weile um sich wieder im „normalen Leben” zurechtzufinden. „Die ersten 2-3 Wochen begleitet mich eine innere Unruhe”, gesteht Rickus. Äußerlich geht das jedoch sehr viel schneller: Der Bart kommt ab – die bessere Hälfte will es so! So wird aus dem verwegenen Extrembiker innerhalb von ein paar Minuten wieder der Bürgermeister von Mannebach – zumindest optisch …

Frank Rickus ohne Bart Frank Rickus mit Bart

Franks Reisen

  • 1989: Mannebach–Nizza und zurück
  • 1990: Mannebach–Paris und zurück
  • 1997: Mannebach–Nordkap und zurück
  • 1998: USA Route 66 und die Westküste hinauf bis Seattle
  • 2002: Mannebach–Rom und zurück
  • 2004: Mannebach–Bergamo und zurück
  • 2007: Transasia an der Seidenstraße entlang von Xian in China über Kasachstan, Russland, Ukraine, Polen und Tschechien zurück nach Mannebach
  • 2008: Mannebach–Rom und zurück
  • 2009: Südamerika von Kolumbien nach Feuerland 10.700 km durch Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile und Argentinien
  • 2011: Jakobsweg von Mannebach nach Santiago de Compostella
  • 2012: von Montpellier bis nach Málaga
  • 2013: von Málaga an der Küste entlang über Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien und die Niederlande zurück nach Mannebach
  • 2013: Transhimalaja von Lhasa nach Kathmandu mit Mount Everest Base Camp
  • 2015: 16.000 km Australien Umrundung